Versailler Vertrag keynes

Neben dem hier erläuterten Friedensvertrag von Versailles existiert noch ein weiterer weniger bekannter Pariser Vorortvertrag mit gleichem Namen. So wird der polnische Minderheitenvertrag vom 28. Juni 1919 als „der kleine Vertrag von Versailles“ bezeichnet. Dabei handelt es sich um den ersten völkerrechtlichen Vertrag mit konkret ausgearbeiteten Schutzrechtbestimmungen für nationale Minderheiten. “Die großen Drei” von Versailles: Der französische Ministerpräsident Georges Clemenceau, US-Präsident Woodrow Wilson und der britische Premierminister David Lloyd George (v.l.n.r.) auf dem Weg zu den Abschlussverhandlungen für den Friedensvertrag von Versailles 1919. Als Keynes realisiert, dass es zu einem ökonomisch desaströsen Vertrag kommen würde, kündigte er als Berater der britischen Delegation. Wilson war für ihn ein “Tor”, Clemenceau ein Zyniker und Lloyd George charakterlos. Die sprichwörtliche Rede, wonach es leicht sei, einen Krieg zu beginnen, aber schwierig, einen gerechten Frieden zu stiften, bewahrheitet sich an wenigen Friedensschlüssen so wie am Versailler Friedensvertrag vom 28. Juni 1919.

Seit fast hundert Jahren ist Keynes` Kommentar dazu von ungebrochener Aktualität. Der Erste Weltkrieg endete mit dem Versailler Friedensvertrag. Die erste deutsche Republik musste erhebliche Reparationsleistungen akzeptieren und trug den Makel der Alleinschuld am Krieg. Der Historiker und Pädagoge Ulrich Herrmann über die weitreichenden politischen und sozialen Folgen. Der Friedensvertrag von Versailles (auch Versailler Vertrag, Friede von Versailles) wurde bei der Pariser Friedenskonferenz 1919 im Schloss von Versailles von den Mächten der Triple Entente und ihren Verbündeten bis Mai 1919 ausgehandelt. Mit der Unterzeichnung des Friedensvertrags endete der Erste Weltkrieg auf der völkerrechtlichen Ebene. Sie war zugleich der Gründungsakt des Völkerbunds. Das Königreich Italien war sehr zögerlich und erst infolge des Londoner Geheimvertrags von 1915 und der darin in Aussicht gestellten territorialen Gebietsgewinne[15] an der Seite der Triple Entente in den Krieg eingetreten, nutzte aber die Chance, mit dem Sieg die letzten „Irredenta“-Gebiete Trentino und Triest dem italienischen Staatsgebiet anzufügen, darüber hinaus eine leicht zu verteidigende Nordgrenze am Brenner zu gewinnen und eine Kolonie (Dodekanes). Italienische Forderungen gingen folglich im Wesentlichen in die Vertragstexte von Saint-Germain-en-Laye und Sèvres ein.

4. Keynes, John Maynard:Revision des Friedensvertrages, München und Leipzig 1922. Alle genannten Argumente lassen Keynes zu der Überzeugen gelangen, dass eine Revision des Friedensvertrages unvermeidlich sei (“Für meinen eigenen Teil halte ich mit wachsender Überzeugung daran fest, dass eine Revision des Friedensvertrages notwendig und unvermeidlich ist”). Der Vertrag sollte aber nach seiner Auffassung völlig neu entworfen werden und nicht nur teilweise abgeändert (“Der Unterschied zwischen der sofortigen Revision und der allmählichen Änderung aus dem Zwange der Verhältnisse heraus gleicht dem Unterschied zwischen einem soliden Neubau und einem täglich neu zu stützenden alten Bauwerk”). Allerdings ist es notwendig, dass Amerika eine Revision mitträgt (“Aber es wird ein Unglück für die Welt bedeuten, wenn Amerika sich fernhält”).

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